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Zwei Jubiläen, nämlich 675 Jahre Marktgölitz und 120 Jahre Männergesangsverein Frohsinn sind Gründe genug, vier Tage lang ausgiebig zu feiern. Ganz Marktgölitz hatte sich festlich herausgeputzt um die in erfreulich großer Zahl erschienen Festgäste gebührend zu begrüßen. Da auch das Wetter in idealer Weise mitspielte, konnte gar nichts mehr schief gehen.
Die Festlichkeiten begannen am 17. Mai mit einem Umtrunk rund um den Rost und wurden am kommenden Freitag mit einem gut besuchten Heimatabend im Festzelt fortgesetzt, an dem Mitglieder des Männergesangsvereins die Marktgölitzer Historie in humoristischer Weise darstellten. Am Sonnabend waren zahlreiche Gastchöre der Einladung des Männergesangsvereins Frohsinn gefolgt, die mit einem bunten Reigen schöner Melodien ihre musikalischen Glückwünsche überbrachten.
Auch die „Kleinen Strolche“ der Kita Marktgölitz hatten sich gut vorbereitet und das Publikum mit Tänzen, Liedern und Gedichten unterhalten. Am Abend war dann Tanz für Jung und Alt mit der Showband AVION angesagt, der mit einem prachtvollen Höhenfeuerwerk bekrönt wurde.
Pfarrer Leist-Bemmann hielt zum Auftakt des Sonntages einen Festgottesdienst in der Marktgölitzer Kirche, anschließend wurde zum Frühschoppen gebeten. Etwa 700 Besucher wurden am Nachmittag gezählt, als es neben einer Darbietung der Schalmeienkapelle Kamsdorf und einer historischen Modenschau im Festzelt ein historisches Markttreiben mit Imker, Wäscherinnen und Zimmerer bei ihren handwerklichen Tätigkeiten zu sehen gab. Dazu konnte „Gabe Gottes Bräu“ verkostet werden. Überhaupt: Dass während der ganzen Tage für das leibliche Wohl der Gäste selbstverständlich bestens gesorgt worden war, muss hier wohl nicht extra erwähnt werden.

Matthias Grünert macht Station in der Lorenzkirche

„Hauptsache es bleibt trocken“ war die einhellige Hoffnung der Flohmarktbeschicker, die am Samstagmorgen im Probstzellaer Kirchhof bei kühlen Temperaturen ihre Waren aufbauten. Sie wurde erfüllt, ja sogar hin und wieder mit freundlichem Sonnenschein übertroffen. So konnten sich die Betreiber des Flohmarktes bis zum späten Nachmittag immer über neue Besucher freuen.
Unterstützt wurde der Flohmarkt von einer besonderen Veranstaltung, die weitere Besucher in den Kirchhof lockte: Matthias Grünert, Organist an der Dresdner Frauenkirche, machte am Vormittag in Probstzella Station auf seiner diesjährigen Orgelfahrt durch Franken und Thüringen. So lauschte ein erfreulich großes Publikum dem sehr farbig zusammengestellten Konzertprogramm. Auf der 1921 erbauten Steinmeyer-Orgel ließ Grünert Orgelwerke von Johann Sebastian Bach, dessen Sohn Carl Phillípp Emanuel, Felix Mendelssohn Bartholdy und Pedro Carrera y Lanchares erklingen, aber auch für dieses Instrument adaptierte Stücke wie die „Träumerei“ aus Schumanns „Kinderszenen“ oder der „Schwan“ aus Saint-Saents „Karneval der Tiere“. Als „Rausschmeißer“ wählte Grünert Abé Holzmanns berühmten Marsch „Blaze-Away“, der die Zuhörer so richtig von den Bänken riß.
Pfarrer Christian Leist-Bemmann dankte Matthias Grünert mit der obligatorischen Schachtel Pralinen für seinen musikalischen Besuch. Dieser verabschiedete sich mit einer Zugabe und machte sich gleich wieder auf den Weg zu seiner nächsten Orgelstation.

Zum siebten Mal hatte Buchhändlerin Angelika Weise in Probstzellas Grundschule den jährliche stattfindenden Wettbewerb für Autoren ausgelobt. Acht Wochen hatten die Schüler Zeit, sich eine Geschichte nach ihrer Phantasie auszudenken. Insgesamt zehn Teilnehmer aus der dritten und vierten Klasse trugen nun am 15 Mai die Ergebnisse in Probstzellas Buchhandlung vor. Die von Frau Weise und den Mitschülern Julia Heunemann und Florian Gläser gebildete Jury hatte die schwere Aufgabe, aus all den schönen Geschichten, unter denen die unterschiedlichsten Genres von der Liebesgeschichte bis zum Schüttelmärchen vertreten waren, die drei gelungensten auszuwählen.
Jasmin Schlegel durfte sich über den ersten Preis für ihre gruselige Vampirerzählung freuen. Mit dem zweiten Platz wurde die hübsche Geschichte von der vornehmen Pudeldame Lady vom Edelhof belohnt, den dritten Preis erhielt Nils Hofmann, der über ein geheimnisvolles Amulett geschrieben hatte. Alle kleinen Autoren wurden von der Buchhändlerin Weise mit einer Urkunde und einem kleinen Preis belohnt.

Thillm erarbeitet vier Themen über Probstzella für das Thüringer Schulportal

Eine Arbeitsgruppe desThüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Fortbildung (Thillm) hat sich vor kurzem In Probstzella getroffen, um hier vor Ort Arbeitsmaterial über mehrere Lernobjekte zusammenzustellen. Probstzella ist nun aktuell mit vier außerschulischen Lernorten in der Mediothek des Thüringer Schulportals vertreten.

Unter der Kategorie “Politik und Geschichte” sind das DDR-Grenzbahnhofmuseum, Der Grenzturm auf dem Hopfsberg und die Ausstellung “Lebenslinie Todesstreifen” zum Grünen Band als außerschulische Lernorte im Angebot.
In der Kategorie “Kunst und Musik” wird das Bauhaus-Hotel “Haus des Volkes” aufgeführt.
Die Probstzellaer Lernorte wurden zwar schon in der Mediothek des Thüringer Schulpotrtals zur Verwendung freigeschaltet, ergänzende Videos über sie befinden sich derzeit aber noch in Arbeit.

Der Leiter der Arbeitsgruppe Andre Kröckel hat Probstzella als geradezu idealen Lernort ausgesucht. Interessante und für den Unterricht gut verwertbare Themen sind hier auf engem Raum und durch die Bahnanbindung bequem erreichbar zu finden. Auch staunte er darüber, was hier alles in jüngster Zeit entstanden ist: “Woanders müssen Museen schließen – hier entstehen laufend neue!”
Kröckel hofft nun, dass die Lehrer in Thüringen auf das neu eingestellte Angebot zum Lernort Probstzella eifrig zurückgreifen werden.

Viele Dörfer im Loquitztal und seinen Seitentälern tragen Namen, die auf –itz enden und damit sind sie als ursprünglich slawische Siedlungen erkennbar. Das Alter dieser Dörfer leitet sich offiziell aber von ihrer urkundlichen Ersterwähnung ab. So feiert Marktgölitz im schönen Gölitztal in diesem Jahr den 675. Jahrestag seiner urkundlichen Ersterwähnung, Menschen haben hier aber schon viel früher gelebt.
Erwähnt wurde „Gols“ erstmals 1337 in einem Erbvertrag der Grafen von Orlamünde, genauso übrigens wie Gräfenthal.
Außerdem begeht der Gesangverein „Frohsinn“ Marktgölitz 2012 sein 120-jähriges Bestehen.
Seit Jahresbeginn fanden in Marktgölitz regelmäßige Veranstaltungen zur Ortsgeschichte statt, zum Beispiel zu den Gewerken und zur Chorgeschichte. Außerdem gab es einen sehr interessanten zweistündigen Ortsrundgang, bei dem zwei Marktgölitzerinnen viel Interessantes über einzelne Gebäude zu erzählen wussten.
Wer beim Lesen nun feststellt:“Schade, das habe ich alles verpasst!“, der sollte trotzdem nach Marktgölitz kommen, denn an historisch bedeutsamen Gebäuden oder Orten wurden Informationstafeln aufgestellt. So können Besucher sozusagen ihre eigene Dorfführung veranstalten.
Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildet das Wochenende vom 17.-20. Mai 2012.
Wer sich für die Dorfgeschichte interessiert, dem empfehle ich den Heimatabend am 18.5. ab 19 Uhr. Freunde der Chormusik werden viel Freude am Freundschaftssingen der Gastchöre am 19.5. ab 14 Uhr haben. Das sind nur zwei Höhepunkte des Festwochenendes von Marktgölitz vom 17.-20. Mai 2012.
Ein Besuch lohnt sich!

Ulrike Ziener

Mit Gesang begrüßten am 17. April Schüler der Grundschule die zur Einweihung des neuen Busbahnhofs am historischen Bahnhofsgebäude in Probstzella geladenen Gäste.

In seiner Begrüßungsrede dankte Bürgermeister Marko Wolfram allen Vertretern der an diesem Projekt beteiligten Stellen für ihr Kommen, allen voran der Verkehrsstaatssekretärin Inge Klaan und Landrätin Marion Phillip. Der Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius ließ sich bei der Eröffnungsfeier durch seine neue Staatssekretärin vertreten. „In nur neun Monaten Bauzeit wurde in Probstzella ein attraktives Verkehrsangebot geschaffen“, lobte Klaan die fertiggestellte Baumaßnahme und stellte weiter fest: „Park & Ride-Parkplätze und Fahrradabstellflächen erleichtern den Umstieg von den verschiedenen Verkehrsträgern. Die beiden neuen Bushaltestellen und sanierte Bahnsteige vernetzen die verschiedenen ÖPNV-Angebote und erhöhen die Attraktivität des Bahnhofes und seines Umfeldes.“

Nach dem offiziellen Akt standen die Besichtigung des DDR-Grenzbahnhofmuseums und des gegenüber liegenden Haus des Volkes auf dem Festprogramm. Der anschließende Empfang im Foyer wurde vom Probstzellaer Posaunenchor musikalisch umrahmt.

Am vergangenen Samstag waren die Konfirmanden aus dem südlichen Teil des Kirchenkreises Rudolstad-Saalfeld zu dem alljährlich stattfindenden regionalen Konfirmandentag eingeladen. Rund 60 Jugendliche konnte Pfarrer Christian Leist-Bemmann im Roten Saal vom Haus des Volkes begrüßen, leider hatte eine Reihe Angemeldeter aus Krankheitsgründen absagen müssen. Die Zusammenkunft, deren Ziel es ist, jungen Menschen, die sich auf die Konfirmation vorbereiten, das Gefühl der Gemeinschaft zu vermitteln, stand unter der Jahreslosung aus dem Zweiten Korintherbrief „ Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“.
Eine mit Tüchern gestaltete Mitte im Saal symbolisierte die Heimatregion mit ihren landschaftlichen Besonderheiten, in die sich die einzelnen Gruppen bei der Vorstellungsrunde einfügten. Zusammen mit den Pfarrern und der Pastorin ihrer Kirchspiele bereiteten die Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 14 Jahren nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken einen Gottesdienst vor, der die Gegensätze „stark und schwach“ thematisieren sollte. In verschiedenen Arbeitsgruppen erarbeiteten sie unter anderem gruppendynamische Übungen, Fürbitten und Gebete.
Daneben kam auch das Freizeitvergnügen nicht zu kurz: beim Bowlen, Airhockey und Billard bekamen die Jugendlichen die Gelegenheit, sich untereinander besser kennen zu lernen.
Nach dem stimmungsvollen Gottesdienst in der Lorenzkirche bildete ein gemeinsames Abendessen im Haus des Volkes einen fröhlichen Ausklang des Konfirmandentages.

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