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IMG_2522 kleinAm zweiten Adventssonntag waren die Türen des Michaelskirchleins im Schieferdorf Reichenbach bei Probstzella für die Freunde von Musik und Kunst geöffnet. Das Ensemble “Die Dorfmusikanten“ und der Chor der Kirchgemeinde Probstzella hatten zusammen mit dem Freundeskreis der Reichenbacher Michaelskirche zu einem Adventskonzert eingeladen. Trotz parallel laufender Veranstaltungen in Probstzella und Lichtentanne waren erfreulich viele Besucher in die liebevoll geschmückte und mit unzähligen Kerzen beleuchtete Kirche gekommen, um sich musikalisch in die Adventszeit einstimmen zu lassen und gemeinsam Weihnachtslieder zu singen.
In seiner Begrüßungsrede berichtete Andreas Gloth-Pfaff über die Arbeit des Freundeskreises, der sich zum Erhalt der Kirche und ihres kostbaren Inventares gegründet hatte, nachdem kein Nachfolger für den letzten Kirchenältesten im Ort zur Verfügung stand. Mit großzügiger finanzieller Unterstützung durch eine dem Ort verbundene Familie aus dem Taunus ist in der jüngsten Vergangenheit vieles geschafft worden. Die Kirche ist nun einbruchsicher ausgestattet, und die kostbaren spätgotischen Schnitzfiguren aus der Werkstatt des Saalfelder Meisters Hans Gottwalt von Lohr konnten mit einer modernen Alarmanlage gegen Diebstahl gesichert werden. Darüber hinaus wurden an der Kirche schon einige Sanierungsmaßnahmen vorgenommen – ein großer Teil davon in ehrenamtlicher Arbeit –und ein Schutzvlies gegen die Hinterlassenschaften der geschützten Hufeisennasen-Fledermaus, die im Dachstuhl der Kirche ihre Kinderstube eingerichtet hat, angebracht.
Im Anschluss an das Konzert, in dem Christa Krüger an der Orgel, Hanna Franke auf dem Keyboard und Ronja Zimmermann mit einem Gedicht ebenfalls Beiträge beigesteuert hatten, bedankte sich Pfarrer Christian Leist-Bemmann für das großartige Bürgerliche Engagement und belohnte die Musiker mit Launsteiner Pralinen. Die Gäste konnten sich mit Kuchen, Glühwein und Kaffee stärken, bevor sie sich im Schneegestöber auf den Heimweg machten.

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Das Gedenken an den Heiligen Martin hat sich in den vergangenen Jahren in Probstzella zu einem immer größeren Fest für die Familien in der Einheitsgemeinde entwickelt, an dem sich mittlerweile viele helfende Hände beteiligen. Ursprünglich von der Schule initiiert und mit einem kleinen Laternenumzug durch die Straßen des Ortes begonnen, ist im Laufe der Jahre ein Element nach dem anderen hinzugekommen. Im Kirchhof empfängt heute ein Martinsfeuer den immer länger werdenden Fackelzug, der von dem Heiligen Mann in rotem Mantel und Römerhelm hoch zu Ross angeführt wird. Für diese Rolle konnte in diesem Jahr wieder Veronique Amann gewonnen werden, geführt von Hartmut Heinze, der auch das Pferd zur Verfügung stellte. In einem geschmückten Handwagen werden die von den Müttern der Grundschüler gebackenen süßen Martinshörnchen mitgeführt und ein weiterer Wagen mit zwei Gänsen – Hinweis auf die Legende des Heiligen Martin, der von den schnatternden Vögeln verraten wurde – macht den Zug komplett. Für Sicherheit und zusätzliche Fackelbeleuchtung sorgt die Feuerwehr und der Posaunenchor der Kirchgemeinde begleitet den Zug mit den bekannten Martinsliedern.
In diesem Jahr hatten die Grundschulkinder ein besonders schönes Martinsspiel vorbereitet, zu dem Pfarrer Christian Leist-Bemmann die Teilnehmer des Umzuges in der Lorenzkirche begrüßte. Musikalisch unterstützt vom Schulhort und Schülern der Musikschule Fröhlich spielten Sie die Geschichte der Mantelteilung nach und stellten den Heiligen Martin als Vorbild heraus, an dem man sich auch heute noch orientieren sollte.
Anschließend wurden die Martinshörnchen untereinander geteilt und die Feuerwehr bewirtete die Zugteilnehmer im Kirchhof mit heißer Suppe und Getränken.

Die Jury für den zweiten Fassadenwettbewerb der Gemeinde Probstzella hat unter den in diesem Jahr eingereichten Vorschlägen entschieden. Den mit 100 € dotierten ersten Preis erhielt die Familie Bierwolf aus Laasen. Als Begründung nannte die aus Mitgliedern des Ausschusses für Kultur, Soziales, Sport und Tourismus der Einheitsgemeinde Probstzella bestehende Jury, dass neben der Gestaltung mit farbenfroher, üppigen Bepflanzung und dem adrett angeordneten Gemüsebeeten des eigenen Grundstücks auch das gemeinnützige Engagement der Familie Bierwolf honoriert werden soll, die sich um die Pflege und Verschönerung des Vorplatz an der historischen Dorfkirche in ihrer Nachbarschaft kümmert.
In diesem Jahr konnte auch ein zweiter und dritter Preis vergeben werden, die an die Familien Brenner und Spindler in Probstzella gingen.
Am Freitag überreichte der stellvertretende Bürgermeister Andreas Gloth-Pfaff dem Ehepaar Bierwolf in Laasen die Ehrenplakette.

Bürgermeister und Pfarrer predigen gemeinsam beim Kirchweihgottesdienst in Probstzella
Ein etwas aufgeregter Bürgermeister Marko Wolfram stand am vergangenen Sonntag an einem für ihn ungewohnten Ort, um das Wort an seine Probstzellaer zu richten. Von der Kanzel der Lorenzkirche herunter begrüßte der bekennende Atheist die Besucher des Kirchweihgottesdienstes, nachdem er als Zeichen des gedeihlichen Miteinanders von Kommune und Kirchgemeinde eine große mit dem Gemeindewappen geschmückte Kerze entzündet hatte.
Pfarrer Leist-Bemmann und Marko Wolfram hatten sich für ihre Dialogpredigt einen Text aus Jeremia 29 vorgenommen. Beide stellten von ihrem jeweiligen Blickwinkel heraus Bezüge zwischen der konkreten Lebenswirklichkeit Probstzellas und dem alttestamentarischen Text aus Jeremias’ Brief an die Weggeführten in Babel her, wobei der Vers „Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohl geht, so geht’s auch euch wohl“ im Mittelpunkt stand. Pfarrer Leist-Bemmann überließ seinem Predigtpartner Marko Wolfram das letzte Wort, in dem dieser für eine offene Gesellschaft plädierte, aus der sich die Handlungsmöglichkeit an einem Prozess für ein gutes Leben, an dem alle beteiligt sein müssen, speist.
Das Experiment, das zunächst aus der Not geboren wurde. da in diesem Jahr nicht wie sonst ein aus Politik und Kirche stammender Gastprediger zur Verfügung stand, ist nach Auskunft der Gottesdienstbesucher gut gelungen. Leider haben es nur recht wenige Besucher verfolgen können, was vielleicht auch den Wetterverhältnissen geschuldet war, die schon am Vortag den Herbstmarkt in Probstzella torpediert hatten. Ein Ehepaar aus Freiberg zeigte sich über den geringen Gottesdienstbesuch verwundert: „Wenn bei uns Bürgermeister und Pfarrer gemeinsam eine Predigt halten würden, wäre unsere Kirche prall voll!“
Im Anschluss an den Gottesdienst traf man sich noch zu einem Umtrunk im Haus des Volkes.

Gestern wurde im neugestalteten Ausstellungsraum im Bauhaushotel „Haus des Volkes“ eine umfangreiche Ausstellung mit Gemälden des Rudolstädter Malers Harmut Scheidig eröffnet. Bürgermeister Marko Wolfram begrüßte den Künstler, dessen Ehefrau und die zahlreichen Gäste, unter ihnen auch ein Großteil der Schulkameradinnen des gebürtigen Saalfelders, der bis zu seinem 19. Lebensjahr in Probstzella gelebt hat. Die Idee für diese Ausstellung entstand vor einigen Monaten, als Scheidig seiner Heimatgemeinde Probstzella drei Bilder mit Motiven aus dem Ort zum Geschenk machte, die seither den auch als Trauzimmer genutzten Sitzungssaal schmücken. Er berichtete damals von seinem mittlerweile sehr umfangreichen OEvre, das er schon mehrfach in Ausstellungen präsentieren durfte.
Scheidig, der in seinem Berufsleben Lehrer für Mathematik und Geografie gewesen ist, hat sein künstlerisches Talent seit Eintritt ins Rentnerdasein weitergebildet und ist bis heute Mitglied in einem Zirkel von Hobbykünstlern der Kreisvolkshochschule. Bervorzugter Gegenstand seiner Malerei ist die Abbildung seiner heimatlichen Umgebung aber auch Motive, die er von seinen Reisen in ferne Länder mitgebracht hat. Die meisten der Bilder sind in Öl gemalt, wiewohl Scheidig auch in einigen ausgestellten Aquarellen sein künstlerisches Vermögen unter Beweis stellt.
Die Gäste der gestrigen Vernissage zeigten sich von der Präsentation sehr begeistert und wünschten der Ausstellung viele Besucher.

Roman Grafe liest aus seinem neuen Buch

Zahlreiche Zuhörer waren gestern in den Roten Saal im Haus des Volkes gekommen, um der ersten Lesung aus Roman Grafes jüngst erschienenem Buch zum Lebenswerk des „Roten Itting“ beizuwohnen.
Der Autor hatte für die Präsentation der Biografie des Thüringer Industriepioniers den geeignetsten Schauplatz gewählt. In Probstzella hatte Itting seine zunächst erfolgreichen Unternehmen angesiedelt und mit dem Haus des Volkes der dortigen Bevölkerung ein großartiges Bauwerk im modernsten Bauhausstil zur Verfügung gestellt.
Anwesend war auch Ittings Tochter Sonja, die mit ihren Drillingsgeschwistern im Haus des Volkes geboren wurde. Sie war gerade aus Namibia zu Besuch, um sich wieder dem seit der Wende andauernden Streit um die Besitzverhältnisse des Itting-Nachlasses zu widmen.
Bürgermeister Marko Wolfram begrüßte sie und Roman Grafe, nachdem er zuvor an die am 3. Oktober 1961 erfolgte Zwangsaussiedlung zahlreicher Probstzellaer Bürger erinnert hatte.
Vor sechs Jahren hatte im gleichen Raum schon der Film „Mehr Licht“ seine Premiere, in dem Roman Grafe das Leben und Schicksal des Saalfelders Franz Itting schildert. Nun hat der Autor die für den Film recherchierten Informationen in einem schmalen Bändchen zusammengefasst. Zum gleichen Thema ist für die Zukunft auch eine Dauerausstellung geplant, die in Räumen des Hauses gezeigt werden soll.
Während der Lesung konnte man hin und wieder im Publikum, in dem auch einige Personen saßen, die Itting noch persönlich gekannt hatten, entsetztes Kopfschütteln beobachten. Hervorgerufen wurde es durch die von Grafe geschilderten Ungeheuerlichkeiten, die Itting zunächst unter dem Naziregime und danach während der SED-Diktatur widerfahren waren.
Im Anschluss an die Lesung bedankte sich Sonja Itting-Enke bei Roman Grafe dafür, dass er mit seinen Arbeiten an das Schicksal ihres Vaters erinnert. Sie gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass dadurch solche politischen Systeme, unter denen ihr Vater und ihre ganze Familie zu leiden hatten, nie wieder an die Macht kommen können. Sie berichtete über ihren Vater, der ein sehr positiv eingestellter Mensch gewesen sei, und stellte sich Fragen aus dem Publikum.

Mit der Bücherstube Weise aus Probstzella geht auch in diesem Jahr wieder ein gut gefüllter Lesekoffer auf die Reise. Vor wenigen Tagen hat er in der Grundschule in Könitz Station gemacht. Der Koffer ist prall gefüllt mit spannenden Geschichten von Zauberpferden, Hexen, Drachen und anderen Fabelwesen. Auch „Beste Freundinnen“ und Kicker genauso wie Geheimnisse der Natur kommen in den mitgebrachten Büchern vor. So konnte Jeder das Richtige für sich finden, und die Kinder in Könitz hatten mächtig Spaß beim Auspacken. Vier Wochen haben sie nun Zeit in aller Ruhe das ausgesuchte Buch zu Hause durchzuschmökern. Anschließen bekommen sie in der Schule Gelegenheit über das Gelesene zu berichten. Die Buchhändlerin Angelika Weise, die sich mit verschiedenen Aktionen beständig um den Lesenachwuchs bemüht, hat noch mehrere Ziele mit ihrem Lesekoffer auf der Reisderoute: nach Könitz wird der Koffer auch den Grundschulen in Gräfenthal, Ludwigsstadt, und Lehesten einen Besuch abstatten.